Was wir verloren haben

Was wir verloren haben ist ein Gedicht von Paul Warncke über die Folgen des Schanddiktats von Versailles. Es ist ein Aufruf an alle Deutschen, niemals die angetane Schmach zu vergessen und auf den Tag der Wiederherstellung der deutschen Ehre hinzuarbeiten.
 
Was wir verloren haben:

Ins Herz sollst du dir graben
Dies Wort als wie in Stein:
Was wir verloren haben,
Darf nicht verloren sein!
Denn heilig ist die Scholle,
Darauf jahrtausendlang
Die süße, wohllautvolle,
Die deutsche Sprache klang.

Sieh hin: wo hoch die Wälder
Der Wasgau hebt ins Blau,
Wo Schleswigs reiche Felder
Begrenzt die Königsau;
Wo tief im Schoß die Kohle
Das schöne Saarland trägt,
Und wo an Danzigs Mole
Der Weichsel Welle schlägt —

Da schändet deine Erde
Landfremden Feindes Fuß:
An deinem stillen Herde
Hochmütig schrillt sein Gruß.
Er schmiedet deine Kette,
Er freut sich deiner Not;
Er schläft in deinem Bette
Und ißt von deinem Brot!

Und du, der glückerkoren
So stolz im Lichte stand?
Ach, du hast mehr verloren
Als Freiheit selbst und Land:
Zerbrochen Wall und Wehre,
Vergessen Scham und Scheu,
Verlästert Mut und Ehre,
Und Kinderspott die Treu!

Du Knecht des Wahns, erwache
Und schüttle ab die Schmach
Und sinn dem Tag der Rache,
Dem Tag der Freiheit nach.
Laß du die Glut nicht sterben,
Die himmelan geflammt —
Dir ward und deinen Erben
Ein heilig-hohes Amt!

Du sollst es nie vergessen:
Stark mußt und treu du sein;
Was Gott dir zugemessen,
Dann wird es wieder dein!
Und fliegen auch die Raben
Heut um das Felsgestein:
Was wir verloren haben,
Darf nicht verloren sein!
 

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