Der Biß des Vampirs

Der Biß des Vampirs


von Gerd Honsik
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In ganz Amerika weiß ich von „Rechten“,
von Labrador bis hin nach Feuerland,
die dienstbar sind seit je des Kapitales Mächten
und diesen hörig oder blutsverwandt.
Im alten Kontinent sind es die „Linken“,
die sich verkauften an das Kapital,
die aus des Feindes dunklen Quellen seither trinken,
nicht ahnend ihren nahen, tiefen Fall.
Die Geldmacht raunt: Die Waren müßten wandern,
und auch die Menschen sollten sein mobil.
„Laßt ab von Vaterland und Volk! Pfeift auf die Andern!
Treibt nur im Strom. Entwurzelt. Ohne Ziel.“
Wie der Vampir mit Bissen statt mit Küssen
sich fortpflanzt und den Zahn in Hälse schlägt,
ward auch die Linke in den Wendehals gebissen
vom Kapital und gilt nun als erlegt.
Seither will sie die Völker sanft entsorgen,
denen Signale sie dereinst gesandt:
Nomade sei der Konsument der Welt von Morgen.
Gedächtnislos. Ein ewiger Migrant.
Herr Joschka Fischer darf in Harvard lehren
zum Dank für den Verrat an der Nation.
Altkanzler Gusenbauer wollt’ man auch gewähren
dort Professur als längst verdienten Lohn.
Die Linken, wissen wir, aus Brunnen trinken
in Harvard, frech, im Herz der Geldherrschaft,
aus Brunnen, die vom Schweiß und auch vom Blute stinken
der deutschen Arbeiter- und Bauernschaft.
Es haben ihre ahnungslosen Massen
dem „Freien Markt“ die Linken zugeführt!
Nun ist das Opferlamm den Hedgefonds überlassen,
dressiert, geimpft, entwurmt und schon kastriert.
Holt jetzt hervor aus Eurer Waffenkammer
die schärfsten Waffen: Wahrheit, Menschlichkeit!
An Hoffnungslosigkeit zieht kühl vorbei und Jammer,
voran der Menschheit in den Schicksalsstreit!
Tragt jetzt die Front hinaus in alle Fernen
und ruft zum Kampf den Sklaven und den Knecht!
Wo immer Rauch aus Hütten steigt zu hellen Sternen,
ruft zum Appell das menschliche Geschlecht!
Was deutsch ist – vor! Der Endkampf mag beginnen!
Gebt das Signal der Menschheit zum Gefecht!
Und werft als Fackel in des Feindes morsche Zinnen
den Traum der Welt vom Selbstbestimmungsrecht!

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