Bestattung nach 70 Jahren – gefallener deutscher Soldat fand seine letzte Ruhe

von: Ursula Hildebrand

Fast 70 Jahre nach dem Tod des Vaters konnte Wilma Winkler aus Regensburg Ende September dieses Jahres ein Kapitel in ihrem Leben schließen. So lange hatte es gedauert, bis die sterblichen Überreste von Willi Klein in Russland gefunden wurden.  

Dort war er am 11. Dezember 1942 im Krieg gefallen. Am 20. Oktober 2012 konnten die sterblichen Überreste von Willi Winkler auf einem Soldatenfriedhof beigesetzt werden. Und so endet im Jahre 2012 eine lange Suche. Wilma Winkler hatte nicht viel: ein Foto, das ein verschneites Grabkreuz zeigt, dieses Bild hat sie immer begleitet. Mehrfach war sie in Russland, um nach dem Vater zu suchen. Jede Nachricht des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge verfolgte sie ganz genau.


Lange kamen keine Neuigkeiten, ehe sie dann in diesem Jahr zusammen mit ihrem Mann Werner einmal mehr selbst nach Russland reiste – und dann geschah es, das Wunder. Am 22. September machte sich die Gruppe nach Schelkowitino auf, dort aber findet man – sehr zur Enttäuschung von Wilma Winkler – keinen Friedhof vor, das hatte sie sich doch anders vorgestellt. Doch es bleibt keine Zeit, enttäuscht zu sein, die Gruppe muss weiter nach Rshew, dort soll eine Gedenkfeier zum zehnjährigen Bestehen des deutsch-russischen Soldatenfriedhofes stattfinden. Und dort bekommt Wilma Winkler die wohl wichtigste Nachricht ihres Lebens: Tags zuvor hatten die Umbetter ein Grab geöffnet und die Gebeine eines deutschen Soldaten gefunden. Und die Erkennungsmarke des Gefallenen ließ vermuten, dass es sich um Willi Klein handelt. Und tatsächlich: Der Tote war Willi Klein, der Vater war gefunden. Wilma Winkler vergießt Tränen der Trauer und des Glücks – Trauer, weil der geliebte Vater viel zu früh gehen musste, Glück, weil sie ihn nach fast 70 Jahren wiedergefunden hat.


Seit 1992 hat der Volksbund 52 Soldatenfriedhöfe mit insgesamt rund 40.000 Gräbern neu gebaut. Über 750.000 Soldaten konnten bestattet werden, viele von ihnen wurden identifiziert. „So wurden auch viele schmerzhafte Lücken in Familienbiografien geschlossen“, so der Volksbund. Auch für Wilma Winkler und ihre Familie hat so eine Lücke nun eine andere Bedeutung bekommen: Der Vater ist gefunden !

Und am 29. Oktober fand Willi Klein nun seine verdiente Ruhestätte auf dem deutsch-russischen Soldatenfriedhof in Rshew. Wilma Winkler hat nun Gewissheit – und einen Ort zum Trauern.
Mehr Informationen zur Arbeit des Volksbundes und zu den Kriegsgräberreisen gibt es unter der Telefonnummer 0941/ 55395 oder per Mail an bv-oberpfalz@volksbund.de.

Kommentare