Amt für Schönheit der Arbeit

Das Amt für Schönheit der Arbeit gehörte zur NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude, einer Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront (DAF). 


Die Zeitschrift des Amtes
Das Amt für Schönheit der Arbeit stand in der Tradition von Bestrebungen um Ergonomie und Sicherheit am Arbeitsplatz. Freizeitanlagen dienten der Erhaltung und Steigerung der Arbeitskraft.
Mit der Gründung der KDF im November 1933 wurde auch das Amt für Schönheit der Arbeit geschaffen. Unter Mitwirkung des Amtes wurden Kantinen, Aufenthaltsräume, Werksbibliotheken, Sport- und Sanitäranlagen eingerichtet.

Die Aktionen des Amtes für Schönheit der Arbeit standen unter jährlich wechselnden Mottos:

  • 1934: Entrümpelung der Betriebe
  • 1935: Kampf dem Betriebslärm
  • 1936: Gutes Licht, gute Arbeit
  • 1937: Saubere Menschen im sauberen Betrieb
  • 1938: Gesunde Luft im Arbeitsraum
  • 1939: Warmes Essen im Betrieb
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Das Amt publizierte diverse Broschüren:

  • Das Möbelbuch
  • Der Umkleide-, Wasch- und Baderaum in gewerblichen Betrieben
  • Abortanlagen gewerblicher Betriebe
  • Die Unterbringung von Mannschaften auf deutschen Seeschiffen
  • Speiseräume und Küchen in gewerblichen Betrieben
  • Das Kameradschaftshaus im Betrieb
  • Gutes Licht - bessere Leistung
  • Taschenbuch Schönheit der Arbeit 


Bis 1940 wurden Verbesserungen in folgenden Zahlen gemeldet:
Betriebsbesichtigungen67.000
Arbeitsräume26.000
Werkhöfe und Grünanlagen17.000
Waschanlagen und Umkleideräume24.000
Speise- und Aufenthaltsräume18.000
Sportanlagen3.000
GesamtkostenRM 900 Millionen    


Die Zeitschrift "Schönheit der Arbeit" war vorrangig für den Betriebsführer und sonstige Entscheidungsträger für Anschaffung und Umgestaltung im Betrieb bestimmt. 


Auf der Pariser Weltausstellung von 1937 wurde die Zeitschrift mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Neben Aufklärungsfilmen wurde das Amt auch im Ausstellungswesen aktiv. Leistungs- und Kulturschauen fanden in Breslau, Dortmund, Dresden, Hamburg und München statt; Wanderausstellungen führten nach Athen und Sofia

An der Reichsgartenschau 1938 beteiligte man sich mit der Sonderschau Das schöne Dorf. Bei der Gestaltung von Betriebs- und Gemeinschaftsstätten wurde maßgeblich an den Planungen für die Feinmechanische Werkstätte Mikrowerk GmbH. in Mainaschaff und dem Gemeinschaftshaus der DAF-Siedlung Mascherode mitgewirkt. Neben allgemeinen Bauberatungen waren hier Modellgestaltungen vom Büromöbel bis zum Beleuchtungskörper gefragt. 

In Rackwitz bei Leipzig wurde ein Modellager für Bauarbeiter und in den Friedrichshafener Zeppelinwerken ein Feldtheater aus Aluminium erstellt. 1940 hatte das Theater seine Uraufführung an der Westfront. 

Entwicklungen wurden in Zusammenarbeit mit vielen Stellen vorgenommen. Im 1937 gegründeten Hauptausschuß Gutes Licht wirkten Ämter, Handel, Industrie und Wissenschaft mit. Am 1.April 1938 wurde die Reichsstelle für Lufthygiene und Lüftungswesen gegründet. Zum 18. Mai 1938 folgte in Bremerhaven die Arbeitsgemeinschaft für Schönheit der Arbeit in der Seeschiffahrt.


Porzellanmodell des Amtes
 Die Arbeit der aufgelösten Gesellschaft für Freizeitheimgestaltung mbH. wurde am 1. August 1938 dem Amt übertragen. Schon am 30. August konnten 24 Freizeitstätten mit dem Ehrenschild Freizeitstätte Kraft durch Freude ausgezeichnet werden.

Für das weitere Jahr wurde die Restfinanzierung und Bauaufsicht von ca. 100 Freizeitstätten wahrgenommen. 1938 wurde an der Staatlichen Hochschule für angewandte Technik in Köthen ein Lehrstuhl Schönheit der Arbeit eingerichtet. Betriebe, die den Ehrentitel „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ erhalten wollten, waren auf die Leistungen des Amtes angewiesen. Ohne kulturelle Bemühung war allein durch Leistungsaspekte diese Auszeichnung nicht zu erlangen.

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