denk-mal 30. Juni . . .




Ja, tragt durchs tiefe Dunkel dieser Nächte
Den edlen deutschen Geistes heiligen Gral;
Bewahret die Begeisterung für das Rechte,
Die fromme Sehnsucht nach dem Ideal!
Im Herzen tragt die Ehrfurcht, wie die Ehre -
Bedenkt, was ihr vom Kampf der Väter wißt:
Der Geist besiegt die dumpfe Erdenschwere,
Der Geist, der nicht von dieser Erde ist.

  



30. Juni 1503: geboren Johann Friedrich I., Kurfürst von Sachsen

    1764: Die Bestie vom Gévaudan verursacht den ersten ihrer Todesfälle. In den folgenden Monaten lassen über 100 Franzosen, vorwiegend Frauen und Kinder, bei einer Mordserie ihr Leben.


  
30. Juni 1833: geboren Richard Brenner, deutscher Afrikaforscher

  
30. Juni 1882: geboren Hans Mierendorff, deutscher Schauspieler

  
30. Juni 1914: geboren Albrecht Brandi, einer von 27 Trägern des Eichenlaubes mit Schwertern und Brillanten

  
30. Juni 1926: geboren Peter Alexander, deutscher Sänger und Schauspieler aus Österreich

  
30. Juni 1932: gestorben Werner Gerhardt und Hermann Zapp, Widerstandskämpfer gegen die sogenannte Weimarer Republik

  
30. Juni 1934: Im Braunen Haus gibt Hitler wegen Spaltungsversuchen (Röhm-Revolte) die Absetzung von SA-Stabschef Röhm bekannt

  
30. Juni 1934: gestorben Gregor Strasser, deutscher Politiker (NSDAP, „linker Flügel“)

  
30. Juni 1934. gestorben Edgar Julius Jung, Vertreter der Konservativen Revolution

  
30. Juni 1961: Das Bundessozialhilfegesetz wird verabschiedet, das bis 2004 Art und Umfang der Sozialhilfe für die Bundesrepublik Deutschland geregelt hat

  
30. Juni 1977: gestorben Paul Hartmann, deutscher Schauspieler 


30.6.1902
Preußens Landwirtschaftsminister Viktor von Podbielski veröffentlicht eine Denkschrift über Maßregeln zur Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes. Mit Hilfe großzügiger Kredite von staatlicher Seite soll verhindert werden, daß Landbesitz in den Grenzgebieten von Angehörigen anderer Nationen, z. B. von Polen und Franzosen erworben wird.

30.6.1906
In einem Brief an den Präsidenten der Deutschen Kolonialgesellschaft, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, bezeichnet Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow die Errichtung eines selbständigen Kolonialamts als eine der wichtigsten kolonialen Aufgaben. Die Abgeordneten des Reichstags hatten ein eigenes Kolonialministerium
abgelehnt.

30.6.1914
Der Leichnam des am 28. Juni erschossenen österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand wird zunächst nach Triest und am 1. Juli nach Wien überführt. Franz Ferdinand wird am 3. Juli auf Schloß Artstetten (Niederösterreich) beigesetzt.

30.6.1915
Am Isonzo beginnen zehn italienische Divisionen zwischen Monfalcone und Görz mit heftigen Angriffen gegen die Hochfläche von Doberdo. Die österreichisch-ungarischen Truppen wehren die Angriffe in der bis zum 6. Juli dauernden ersten Isonzoschlacht ab


KuK Truppen am Isonzo
Westfront: Bei Arras fanden größere feindliche Unternehmungen auch gestern nicht statt. Hingegen machten wir in der Vertreibung des Gegners aus den Grabenstücken, die er im Laufe seiner wochenlangen Anstrengungen uns zu entreißen vermochte, weitere Fortschritte. Ein feindlicher Vorstoß im Labyrinth (nördlich Ecurie) wurde abgewiesen.
Durch fast ununterbrochene Angriffe auf den Maashöhen westlich von Les Eparges versucht der Gegner seit dem 26. abends vergeblich, die von uns eroberten Stellungen wiederzugewinnen. Auch gestern unternahm er vier heftige Vorstöße, die sämtlich unter großen Verlusten scheiterten.
Südostfront: Unser Angriff an der Gnila-Lipa macht Fortschritte. Östlich und nordöstlich von Lemberg ist die Lage unverändert. Zwischen dem Bug und der Weichsel erreichten deutsche und österreichisch-ungarische Truppen die Gegend von Belz, Komarow, Zamocz und den Nordrand der Waldniederung des Tanewabschnittes. Auch auf dem linken Weichselufer in der Gegend von Zawichost und Ozarow hat der Feind den Rückzug angetreten.
Ein feindliches Flugzeug wurde hinter unserer Linie zum Landen gezwungen. Die Insassen wurden gefangengenommen

Italienfront(KuK): Nach mehrtägiger Pause entfalten die Italiener wieder eine lebhafte Tätigkeit an der Isonzofront. Vorgestern abend wiesen unsere Truppen einen Angriff bei Plava ab. Im Abschnitt Sagrado-Monfalcone folgte mehreren kleineren vergeblichen Vorstößen des Feindes in der vergangenen Nacht ein allgemeiner Angriff. Auch dieser wurde überall zurückgeschlagen. Ebenso erfolglos für den Gegner blieben heute morgen neuerliche Angriffsversuche bei Selz und Monfalcone.
Die Geschützkämpfe dauern an der ganzen Südwestfront fort und sind namentlich am Isonzo sehr heftig.

30.6.1916
Westfront: Auch gestern und im Laufe der Nacht schlugen unsere Truppen englische und französische Vorstöße an mehreren Stellen, bei Richebourg durch sofortigen Gegenangriff zurück. Die feindlichen Gasangriffe wurden ergebnislos fortgesetzt. Die starke Artillerietätigkeit hielt mit Unterbrechungen an.
Südöstlich von Tahure und bei dem Gehöft Maisons de Champagne vorgehende französische Abteilungen wurden blutig abgewiesen.
Links der Maas wurden an der Höhe 304 von uns Fortschritte erzielt. Rechts des Flusses gab es keine Infanterietätigkeit. Die Gesamtzahl der bei unseren Erfolgen vom 23. Juni und bei Abwehr der großen französischen Gegenoffensive eingebrachten Gefangenen
beträgt 70 Offiziere, 3200 Mann
Hauptmann Bölcke schoß am Abend des 27. Juni beim Gehöfte Thiaumont das neunzehnte feindliche Flugzeug ab, Leutnant Parschau nördlich von Péronne am 29. Juni das fünfte. In Gegend von Boureuilles (Argonnen) wurde ein französischer Doppeldecker durch Abwehrfeuer heruntergeholt.
Ostfront: Abgesehen von einem für uns günstigen Gefecht nördlich des Ilsen-Sees (südwestlich von Dünaburg) ist vom nördlichen Teil der Front nichts Wesentliches zu berichten.
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen:
Südöstlich von Liniewka blieben Gegenangriffe der von unseren Truppen erneut aus ihren Stellungen geworfenen Russen ergebnislos. Es wurden über 100 Gefangene gemacht, 7Maschinengewehre erbeutet.
Italienfront(KuK): Die Kämpfe im Abschnitt der Hochfläche von Doberdo dauern fort und waren nachts im Raume von San Martino besonders heftig. Unsere Truppen schlugen wieder alle Angriffe der Italiener ab. Nur östlich von Selz ist die Säuberung einiger Gräben noch im Gang. Der Görzer Brückenkopf stand unter starkem Geschütz- und Minenwerferfeuer. Versuche der feindlichen Infanterie, gegen unsere Podgorastellung vorwärts zu kommen, wurden vereitelt. An der Kärntnerfront scheiterten Gegenangriffe auf den Großen und Kleinen Pal sowie den Freikofel. Im Pustertal stehen die Ortschaften Sillian, Innichen und Toblach unter dem Feuer weittragender schwerer Geschütze.
Im Raume zwischen Brenta und Etsch hat sich das Bild der Tätigkeit der Italiener nicht geändert; stärkere und schwächere Abteilungen griffen an zahlreichen Frontstellen fruchtlos an. Bei einem solchen Angriff auf unsere Borcolastellung feuerte die italienische Artillerie kräftig in ihre zögernd vorgehenden Infanterielinien. Die gestrigen Kämpfe brachten unseren Truppen 300 Gefangene, darunter fünf Offiziere, sieben Maschinengewehre und 400 Gewehre ein.

30.6.1917

Kaiser Karl schreitet während seines Besuches bei König Ludwig III. in München die Ehrenkompanie ab
Westfront: Die Kampftätigkeit der Artillerie hielt sich bei regnerischer Witterung in mäßigen Grenzen, sie verdichtete sich zu starkem Feuer nur an wenigen Stellen. Nachmittags brach eine englische Kompagnie begleitet von tiefliegenden Flugzeugen, südöstlich von Armentières in unsere Gräben; sie wurden im Gegenstoß sofort wieder geworfen Nachts sind mehrere feindliche Erkundungstrupps zurückgewiesen worden. Einige Vorstöße an der Yser und südwestlich von St. Quentin brachten mehrere Belgier und Franzosen als Gefangene ein. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz:
Gestern früh wurde von bayerischen Truppen nach wirkungsvoller Feuervorbereitung eine gewaltsame Erkundung südöstlich von Corbeny durchgeführt. Die Stoßtrupps drangen in 1200 Meter Breite bis zu der hintersten französischen Linie durch und sprengten trotz zäher Gegenwehr einige Unterstände; mit einer größeren Zahl von Gefangenen kehrten sie unbelästigt vom Feinde in ihre Gräben zurück. Abends erweiterten westfälische Regimenter den Erfolg vom Vortage östlich von Cerny. In überraschendem Sturm nahmen sie mehrere feindliche Grabenlinien südlich des Gehöftes La Bovelle. Die Gefangenenzahl hat sich bedeutend erhöht. Gleichzeitig griffe die Franzosen zweimal mit starken Kräften bei Cerny an; sie wurden im Nahkampf zurückgeschlagen.
Auch auf dem Westufer der Maas wurde der Gewinn des 28. Juni vergrößert. Am Osthang der Höhe 304 stürmte ein posensches Regiment etwa 500 Meter der französischen Stellung und bemächtigten sich aus Brandenburger und Berlinern bestehende Sturmabteilungen feindlicher Gräben in dem von Bethincourt auf Esnes streichenden Grunde. Am 28. und 29. Juni sind hier 825 Gefangene zurückgeführt worden Der Feind leistete hartnäckigen Widerstand; seine blutigen Verluste sind erheblich. Er vergrößerte sie noch durch fruchtlose Gegenangriffe am Südostrande des Waldes von Avocourt und gegen den Südwesthang der Höhe 304.
Ostfront: Auf den wachsenden Druck der übrigen Ententemächte hin beginnt die russische Gefechtstätigkeit in Ostgalizien den Eindruck beabsichtigter Angriffe zu machen. Starkes Zerstörungsfeuer der Russen liegt seit gestern auf unseren Stellungen von der Bahn Lemberg-Brody bis zu den Höhen südlich von Brzezany. Bei Konjuchy griffen nachts russische Kräfte an, die in unserem Vernichtungsfeuer verlustreich zurückfluteten. Auch nördlich und nordwestlich von Luck nahm die russische Feuertätigkeit erheblich zu.

30.6.1918
Westfront: In den Kampfabschnitten nördlich der Lys und südlich der Aisne hielt tagsüber erhöhte Artillerietätigkeit. Am Abend lebte sie auch an der übrigen Front zwischen Yser und Marne auf. Kleinere Infanteriegefechte. Bei stärkeren Vorstoß des Feindes südlich des Ourcq und bei erfolgreicher eigener Unternehmung am Hartmannsweilerkopf machten wir Gefangene.
Leutnant Udet errang seinen 36., Leutnant Löwenhardt seien 31. Luftsieg. Leutnant Jakobs schoß in den letzten Tagen seinen 20., 21. und 22. Gegner ab.
Italienfront: Unsere Stellungen auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden lagen gestern seit 3 Uhr früh unter dem schwersten feindlichen Artilleriefeuer, dem einige Stunden später starke Angriffe gegen den Col del Rosso und den Monte di Val Bella folgten. Während die gegen den Col del Rosso gerichteten Anstürme von Haus aus erfolglos blieben, vermochte auf dem Monte di Val Bella der Italiener nach erbitterten Nahkämpfen in unsre erste Linie einzubrechen. Doch wurde er durch Bataillone des ungarischen Infanterieregiments Nr. 131 und des Warasdiner Regiments Nr. 16 im Gegenstoß wieder hinausgeworfen. Weitere Angriffsversuche sowie Teilvorstöße gegen den Sisemol und bei Asiago erstickten in unserem Geschützfeuer.
Sonst überall Artilleriekampf wechselnder Stärke.

30.6.1929
In der Reichshauptstadt Berlin demonstrieren mehrere Studenten gegen die Anerkennung der »Lüge von der deutschen Kriegsschuld« 1914.

30.6.1930
Die letzten französischen Soldaten verlassen das Rheinland, das von den Truppen der alliierten Siegermächte des Weltkrieges seit über zehn Jahren besetzt gehalten wurde.

Adolf Hitler, der Parteiführer der NSDAP, ermächtigt Joseph Goebbels, den nationalsozialistischen Reichspropagandaleiter und Gauleiter von Berlin-Brandenburg, zur rücksichtslosen Säuberung der NSDAP. Mit dieser Maßnahme will Hitler die innerparteiliche Opposition, vor allem den linken Parteiflügel um die Brüder Otto und Gregor Strasser, aus der Partei ausschließen.

30.6.1934
Im deutschen Reich wird die sog. Röhm-Revolte niedergeschlagen. Der Stabschef der SA, Ernst Röhm, und andere Funktionäre der SA werden während einer SA-Führertagung in Bad Wiessee festgenommen.

Das neue Panzerschiff »C« der deutschen Reichsmarine, das dritte deutsche Panzerschiff, läuft in Wilhelmshaven vom Stapel. Es wird nach dem Sieger der Schlacht bei Coronel in Chile 1914 »Admiral Graf Spee« getauft.


Admiral Graf Spee
30.6.1938
Großbritannien und das Deutsche Reich vereinbaren eine Revision des Flottenabkommens von 1936. Damit dürfen deutsche Schlachtschiffe von bis zu 45 000 t (bisher 35 000 t) gebaut werden.

30.6.1940
Die Kanalinseln Jersey, Guernsey und Alderney werden von deutschen Einheiten besetzt.


U 43 unter Kapitänleutnant Ambrosius versenkt im Nordatlantik das britische Kühlschiff Avelona Star (13.376 BRT) und U 47 unter Kapitänleutnant Prien den griechischen Frachter Georgios Kyriakides (4201 BRT).


Zwischen Nordkanal und Kap Finisterre versenkt U 26 unter Kapitänleutnant Scheringer den norwegischen Frachter Belmoira (3214 BRT) und die estnische Merkur (1291 BRT). U 65 unter Kapitänleutnant von Stockhausen torpediert im gleichen Seegebiet die britische Clan Ogilvy (5802 BRT).

30.6.1941

Das RAF Bomber Command bomardiert Kiel.

Adolf Hitler begibt sich in sein ostpreußisches Hauptquartier »Wolfsschanze«, rund 14 km von Rastenburg entfernt.

Die französische Vichy-Regierung, die im unbesetzten Teil Frankreichs mit Duldung der deutschen Reichsregierung regiert, bricht die diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion ab. Gleichzeitig beginnt sie mit der Aufstellung einer Truppe, die unter deutschem Kommando an der Ostfront eingesetzt werden soll.

Die Heeresgruppe Süd unter Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt erobert Lemberg , wo die Organisation Ukrainischer Nationalisten einen unabhängigen Staat proklamiert.

U 66 unter Korvettenkapitän Zapp versenkt im Mittelatlantik den britischen Einzelfahrer St. Anselm (5614 BRT).


30.6.1942
Deutsch-italienische Verbände der Panzerarmee Afrika erreichen die britischen Stellungen zwischen Al Alamein und der Kattara-Senke, 150 km westlich von Alexandria.

Gefallen fürs Vaterland: Kapitänleutnant Erwin Rostin und seine 54 Mann Besatzung

U 158 unter Kapitänleutnant Rostin wird auf dem Heimmarsch von einem amerikanischen Flugboot versenkt. Keine Überlebenden.

U 372 unter Kapitänleutnant Neumann versenkt im Mittelmeer vor Port Said das britische U-Boot-Mutterschiff Medway (14600 ts).

Auf dem Anmarsch zur US Ostküste versenkt U 458 unter Kapitänleutnant Diggins den norwegischen Frachter Mosfruit (2714 BRT).

Im gesamten Deutschen Reich werden die jüdischen Schulen geschlossen.

30.6.1943
Im zurückliegenden Monat haben deutsche U-Boote im Atlantik, im Mittelmeer und im Indischen Ozean 20 alliierte Handelsschiffe mit insgesamt 86 807 Bruttoregistertonnen versenkt.

Vor der Cyrenaika torpediert U 453 unter Kapitänleutnant Frhr. v. Schlippenbach aus einem Konvoi die britische Oligarch (6894 BRT).

30.6.1944
Der Betriebsarzt der Aktion »T 4« zur Vernichtung »lebensunwerten« Lebens, Curd Runckel, fordert eine verstärkte Durchsetzung des nationalsozialistischen »Euthanasie«-Programms.

In Kopenhagen bricht ein spontaner Generalstreik gegen die deutsche Besatzungsmacht aus.

Im Deutschen Reich verminderte sich im Juni der Ausstoß an synthetischem Treibstoff auf 107 000 t. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Rückgang um zwei Drittel.

U 478 unter Oberleutnant zur See Rademacher wird vor Norwegen von einen britischen Bomber versenkt. Keine Überlebenden der 52 Mann Besatzung.


Der letzte deutsche Widerstand in der Festung Cherbourg unter Kommandant Gen.Lt. Karl-Wilhelm von Schlieben erlischt.


[ Editiert von Administrator The Real Blaze am 30.06.08 18:32 ]

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