Kräftige Rentenerhöhung – wie toll !

Zum 1.7.2012 sollen die Renten um 2,18% im Westen der Bundesrepublik, in deren Osten sogar um 2,26% erhöht werden, während sie im letzten Jahr nur um 0,99% stiegen. 

Die Inflationsrate lag 2011 bei 2,3% – damit ist klar, daß die als wunderbare Leistung angepriesene Rentenerhöhung darunter liegt. 

 Abgesehen davon hört man immer wieder von Forderungen der verschiedensten Berufsgruppen nach Lohnerhöhungen. Gerade ging es um die Angestellten im Öffentlichen Dienst, die eine Lohnerhöhung von 6,5% fordern und das Angebot der Arbeitgeber von 3,3% als viel zu niedrig ablehnten. Natürlich wird man sich irgendwo dazwischen einigen.

 Begründet werden diese Forderungen stets mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten. Und man hat ja ein wirkungsvolles Druckmittel – den Streik, der dann z.B. den öffentlichen Verkehr zumindest behindert, wenn nicht lahm legt u.v.m. Die Rentner haben dieses Druckmittel nicht, sie haben keine Lobby, keine Gewerkschaft, die sich für sie stark macht. Als Funktionär einer etwaigen Rentnergewerkschaft lassen sich nämlich keine hohen Einkommen erzielen – also ist sie uninteressant. 

Und Rentner können auch nicht in dem Maß bei Streiks auf die Straße gehen oder gar durch Eingriffe in die öffentliche Ordnung oder die Wirtschaft (durch Arbeitsausfall) Druck ausüben. Aber Rentner sind genauso Verbraucher wie alle anderen auch und daher von Preissteigerungen betroffen.

 Ganz besonders betroffen sind Frauen. Die heutigen Rentnerinnen gehören der Generation an, in der es (vor allem im Westen) üblich – weil naturgegeben – war, bei den Kindern – deren es oft auch mehrere in einer Familie gab - zu Hause zu bleiben und sich um ihre Erziehung zu kümmern. 
Dementsprechend fehlen die Zeiten für die Rente, wenn die Mutter mehrerer Kinder nicht überhaupt die heute mindestens von oben herab belächelte „Nur-Hausfrau“ war. Wenn nicht Gelder aus den Rentenkassen zweckentfremdet für alles mögliche und unmögliche ausgegeben wurden, gäbe es heute weniger Probleme.

 Wir erleben gerade die Diskussion, was mit den kräftigen Überschüssen der Krankenkassen geschehen soll – mit denen sicher auch wieder andere Löcher gestopft werden. Schließlich müssen die Milliarden für EU-Rettungsschirme, Entwicklungshilfe, Finanzierung der Abrüstung in Russland und und und… ja auch irgendwo herkommen… Man darf gar nicht darüber nachdenken, was da alles im Argen liegt!

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