Kosten fürs Autofahren

Autoclubs: Autofahren wird Privileg Besserverdienender

Autofahrerclubs sehen die steigenden Kosten fürs Autofahren mit großer Sorge. Für den ADAC ist die Gefahr, dass Autofahren für immer mehr Menschen unbezahlbar wird, real.
Die Autofahrerclubs ADAC und ACE sehen die steigenden Kosten fürs Autofahren mit großer Sorge. "Autofahren wird in Deutschland mehr und mehr zum Privileg für Besserverdienende", sagte der Vorsitzende des Auto Club Europa (ACE), Wolfgang Rose, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Setze sich dieser Trend fort, drohe eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, in der viele Menschen abgehängt würden. 

 ADAC-Sprecher Andreas Hölzl sagte der Zeitung, die Gefahr, dass Autofahren für immer mehr Menschen unbezahlbar werde, sei real.

Die Autohaltungskosten würden den normalen Lebenshaltungskosten davonlaufen, sagte Hölzl. Berufspendler und Familien seien die Leidtragenden. Die Preise fürs Autofahren sind laut Statistischem Bundesamt binnen zwei Jahren um 7,2 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise insgesamt im selben Zeitraum hingegen nur um 3,8 Prozent. Grund für die Teuerung sind vor allem die gestiegenen Spritkosten - Super wurde von September 2009 bis August 2011 um 18 Prozent teurer, Diesel sogar um 27 Prozent.

SPD-Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer forderte in der Zeitung Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auf, "die finanzielle Mehrbelastung für die Autofahrer zu stoppen". Es herrschten "brutale, nicht einsehbare Mechanismen, die dazu führen, dass innerhalb von Stunden die Benzinpreise deutlich klettern können". 

ACE-Chef Rose forderte die Bundesregierung auf, die Mineralölkonzerne "notfalls zu zerschlagen". Produktion und Verkauf von Kraftstoff dürften nicht länger in der Hand weniger Großkonzerne liegen.

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