Mehr ist nicht genug: Was wurde bisher erreicht in der Entwicklungshilfe für Afrika !?

Die Vereinten Nationen forderten deshalb, die Entwicklungshilfe massiv aufzustocken, 
und der Afrika-Aktionsplan der G8 verspricht eine Konzentration der Hilfe auf Afrika. 

Vor diesem Hintergrund stellt sich zum einen die Frage, in welchem Maß die lokalen Voraussetzungen für eine produktive Verwendung der Entwicklungshilfe in den afrikanischen Empfängerländern gegeben sind. 


Bob Geldof MakePovertyHistory Live8 2005 von alptraumwelle

 
Zum anderen ist die Versicherung der Geber zu hinterfragen, dass sich die Verteilung der Hilfe für Afrika an Effizienzkriterien orientiert. In beiderlei Hinsicht klaffen zwischen Worten und Taten immer noch erhebliche Lücken. 


Insbesondere zeigt sich, dass die Vergabepraxis bisher kaum durch veränderte wirtschaftspolitische und institutionelle Rahmenbedingungen in den afrikanischen Empfängerländern geprägt worden ist.

 
Im September 2000 kamen hochrangige Vertreter von 189 Ländern, die meisten von ihnen Staats- und Regierungschefs, zu dem bis dahin größten Gipfel­treffen der Verein­ten Natio­nen in New York zusammen. 
Als Ergebnis des Treffens verabschiedeten sie die so genannte Millenniums­erklärung. Sie beschreibt die Agenda für die internationale Politik im 21. Jahr­hun­dert und definiert vier programmatische, sich wechsel­seitig beeinflussende und bedingende Handlungsfelder für die internationale Politik:
  • Frieden, Sicherheit und Abrüstung
  • Entwicklung und Armutsbekämpfung
  • Schutz der gemeinsamen Umwelt
  • Menschenrechte, Demokratie und gute Regierungsführung
In der Millenniumserklärung legt die Staatengemeinschaft dar, wie sie den zentralen Herausforderungen zu Beginn des neuen Jahrtausends begegnen will. Die Erklärung leitet eine neue globale Partnerschaft für Entwicklung ein.

Die Millenniumsentwicklungsziele


Aus der Erklärung wurden später acht internationale Entwick­lungs­ziele abgeleitet, die Millenniumsentwicklungsziele ("Millennium Development Goals", MDGs):
  • MDG 1: den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, halbieren
  • MDG 2: allen Kindern eine Grundschulausbildung ermöglichen
  • MDG 3: die Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rechte von Frauen stärken
  • MDG 4: die Kindersterblichkeit verringern
  • MDG 5: die Gesundheit der Mütter verbessern
  • MDG 6: HIV/AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen
  • MDG 7: den Schutz der Umwelt verbessern
  • MDG 8: eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen
Mit vereinten Kräften will die internationale Gemeinschaft diese Ziele bis zum Jahr 2015 erreichen.
Die verschiedenen Themenbereiche der Millenniums­entwick­lungs­ziele wurden durch insgesamt 21 Zielvorgaben und 60 Indika­to­ren konkretisiert. Sie helfen, die Fortschritte auf dem Weg zur Verwirklichung der MDGs messbar zu machen.
Die ersten sechs Millenniumsziele enthalten Vorgaben, die mit Unterstützung der Geber vor allem vor Ort in den Entwick­lungs­ländern umgesetzt werden müssen. Millenniumsziel 7 und 8 wenden sich darüber hinaus besonders an die Industrieländer: Sie sind aufgefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Entwicklungsländern ermöglichen, ihre Verpflichtungen aus der Millenniumserklärung umzusetzen. MDG 8 sieht im Wesent­lichen die Erhöhung der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (ODA) vor, um die Bemühungen der Entwicklungsländer zu unterstützen. Außerdem strebt es Handels- und Schulden­erleich­terun­gen an.
Die Staatengemeinschaft hat verabredet, die Umsetzung der Millenniumserklärung regelmäßig zu überprüfen.

Neue Chance für erfolgreiche Zusammenarbeit


Millenniumserklärung und MDGs sind sowohl für die Partner- als auch die Geberländer eine neue Chance, ihre Entwicklungs­zusammen­arbeit erfolgreicher zu machen und Legitimations­proble­me zu überwinden. Hinter ihnen verbirgt sich ein hochpolitischer Prozess, denn sie erfordern von allen Verantwortlichen strukturelle Reformen und ein großes Maß an Verbindlichkeit.
Die MDGs sind Ausdruck eines weltweiten Konsenses von Entwicklungs- und Industrieländern und bilden einen gemeinsamen, überprüfbaren Bezugsrahmen für die internationale Entwicklungszusammenarbeit.

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