Gestern Juden & Co, heute eigene Volksleute

Arm & rechtlos trotz Arbeitsvertrag im neuen Euro Deutschland

Ein zum Beispiel bei BMW  in der Produktion eingesetzter qualifizierter Leiharbeiter wird als Helfer eingestuft. Er bekommt zwischen 700 und 800 Euro netto  und muss ca. 200 Euro monatlich für die Fahrten zur Arbeit aufwenden . Ein Festangestellter erhält für die gleiche Arbeit zwischen 1.100 und 1.200 Euro netto.

 
Die Differenz von ca. einem Drittel schöpft der Verleiher ab – doppelte Ausbeutung, ein lukratives Geschäft, das arbeitende Arme zu Hunderttausenden schafft.



Jeder zweite Leiharbeiter verdient so wenig, dass er zusätzlich zu seinem Arbeitsentgelt auf ALG II angewiesen ist. 94 Prozent der zusätzlich ALG II beziehenden LeiharbeiterInnen sind Vollzeitbeschäftigte.

Leiharbeiter als Hilfsarbeiter , aber für Höherwertiges eingesetzt


Acht Prozent z.b der rheinland-pfälzischen Leiharbeitskräfte gelinge  nach zwei Jahren der Sprung in ein reguläres Arbeitsverhältnis.Von Leiharbeit als Brücke in den Arbeitsmarkt kann also keine Rede sein


Desweiteren sind etwa 80 Prozent der Beschäftigten in Leiharbeit als Hilfsarbeiter ohne genaue Tätigkeitsangaben beschäftigt . Es ist die Tatsache , dass sie  höherwertige Arbeiten ausführen, ohne entsprechend entlohnt zu werden.


Die Verleiher profitieren nicht nur von der Notlage vieler Erwerbsloser, sondern auch von einer ständigen Lockerung gesetzlicher Bestimmungen. War ursprünglich Leiharbeit nur für kurzfristige Personalengpässe in Unternehmen vorgesehen und pro LeiharbeiterIn auf maximal drei Monate begrenzt, wurde nach und nach die Höchstüberlassungsdauer ausgeweitet, bis sie vollständig entfallen ist. 


Kein Wunder, dass immer mehr Unternehmen einen immer größeren Anteil von Arbeitsplätzen ständig mit LeiharbeiterInnen besetzen, und die Stammbelegschaften zügig „abgeschmolzen" werden.

Gewerkschaften haben das Thema lange sträflich vernachlässigt. Über Jahrzehnte wurde Leiharbeit auf Gewerkschaftstagen politisch korrekt abgelehnt und in den Betrieben gebilligt. Tarifverträge gab es in der Branche über Jahrzehnte nicht. 

Das beginnt sich jetzt zu ändern, aber die ersten Abschlüsse bieten mit Löhnen unterhalb von 6 Euro wenig Anlass zur Freude für die Beschäftigten. Hinzu kommt, dass die Regelungen den Verleihern großzügige Möglichkeiten gewähren, die Beschäftigten für Zeiten zwischen zwei Betriebseinsätzen selbst vorsorgen zu lassen. So sehen Tarifverträge die Führung einer 35-Stunden-Woche vor und die Beschäftigten bekommen nur für maximal 151,67 Stunden pro Monat Lohn ausgezahlt. 


Gleichzeitig sind die LeiharbeiterInnen verpflichtet, die Arbeitszeitregelung des Betriebs, an den sie ausgeliehen werden, einzuhalten. Wird dort also 40 Stunden gearbeitet, so hat der Beschäftigte auch 40 Stunden zu arbeiten, erhält aber nur für 35 Stunden Lohn. Die über 35 Stunden hinausgehende Arbeitszeit, fließt auf ein Arbeitszeitkonto bei der Leiharbeitsfirma. Kann ein Arbeitnehmer vorübergehend nicht beschäftigt werden, wird das Arbeitszeitkonto in Anspruch genommen.

Das unternehmerische 
Risiko der Nichtbeschäftigung wird so für den Verleiher minimiert.

In den Betrieben nimmt derweil die Erpressbarkeit der Belegschaften und der Betriebsräte zu. Wo Erwerbslosigkeit mit der Aussicht, sich entweder mit ALG II oder mit Hungerlöhnen begnügen zu müssen, droht, schlucken die Stammbelegschaften auch Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich oder andere Verschlechterungen. Gleichzeitig macht sich bemerkbar, dass in einem Betrieb, in dem die Produktion zur Not auch nur über Leiharbeiter oder sonstige bei Dritten Beschäftigte aufrechterhalten werden kann, schlecht kämpfen ist. Letztendlich schließt sich der Kreislauf von Lohndumping, Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und faktischer Aushöhlung der Mitbestimmung. Die Zeche bezahlen zuallererst die LeiharbeiterInnen, schließlich aber alle Beschäftigten und alle auf Lohnarbeit angewiesenen Menschen.


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