Ciao, Bella – der nächste Dominostein ist am kippen

Die Euro- und Schuldenkrise beginnt in seine nächste – möglicherweise finale – Phase einzutreten. Angesichts von über 20 Prozent Arbeitslosigkeit, bei fast 45 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, einer geplatzten Immobilienblase und dem damit ruinierten Sparkassen-System, war anzunehmen, daß Spanien der nächste Pleitekandidat nach Griechenland, Irland und Portugal werden würde. 

Die Regierung Zapatero zieht allerdings ein rigides Sparprogramm durch und versucht dadurch, dem iberischen Land eine Galgenfrist zu verschaffen. Nun ist aber seit Freitag das mit 120 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes hoch verschuldete Italien unter Druck geraten. In den nächsten Monaten muß unser südliches Nachbarland über 177 (!) Milliarden Euro Schulden zurückzahlen und neu finanzieren – zu deutlich höheren Zinsen. 

Es ist nicht zu erwarten, daß es Italien gelingt, seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Um den ganzen Irrsinn der „Euro-Rettungen“ zu verdeutlichen, sei nur erwähnt, daß die BRD, Frankreich, Spanien und Italien für die „Rettungspakete“ bürgen müssen. Im Privatleben heißt dies nichts anderes, daß jemand, der kurz vor dem Offenbarungseid steht, sozusagen für sich selber bürgt, damit ihm die Bank noch mal Kredit gibt. Schuld sollen natürlich wieder einmal andere sein. So versucht die politische Klasse, allen voran die Brüsseler Justizkommissarin Reding, die Schuld auf die Ratingagenturen abzuwälzen. Die müssten zerschlagen und „unabhängige“ europäische Ratingagenturen aufgebaut werden. Diese europäische Ratingagentur dürfte genauso „unabhängig“ sein, wie die Europäische Zentralbank oder der Europäische Gerichtshof – allesamt Knechte von Hochfinanz und Großkapital. 

Wenn ein Schrottauto vom TÜV oder der DEKRA aus dem Verkehr gezogen wird, ist der Fahrzeughalter dafür verantwortlich, der seinen Wagen nicht ausreichend gewartet hat, und nicht derjenige, der feststellt, daß Bremsen und Motor kaputt sind. Schon wird von der politischen Klasse gefordert, die Analysen der Ratingagenturen überhaupt nicht mehr zu beachten, sondern z.B. Griechenlandanleihen als ganz normale Wertpapiere anzusehen, damit sie als „Sicherheiten“ bei der EZB und den anderen Zenralbanken und öffentlichen Instituten verbleiben und somit die Möglichkeit besteht, sich weiter verschulden zu können. 
Wie schon mehrfach an dieser Stelle betont, ist die gesamte politische Klasse der BRD wild entschlossen, mit dem Euro auch eine politische Idee zu retten – und zwar buchstäblich um jeden Preis. Merkel und ihren Spießgesellen muß der Wähler bei den anstehenden Wahlen das Handwerk legen. Leider ist vom Bundesverfassungsgericht nicht zu erwarten, daß es die Deutschen vor dem Amoklauf der Systemparteien schützt, sondern es vielmehr abwartet, bis diese vollendete Tatsachen geschaffen haben und dann einmal mehr nur Placebos verschreibt. 
Sicherlich ist Italien nicht mit Agrar-Staaten, wie Portugal und Griechenland zu vergleichen. Trotzdem bewegt sich das Land auf einem ganz schmalen Grat. Stolpert Italien, stürzt Italien, ist dies das Ende des Euro.

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