Rebellion statt Rausch ! Jugend braucht Visionen – Alkohol- und Drogenexzesse ändern nichts

bearbeitet von Julia Neveling / alptraumwelle live
 
Komasaufen, Kiffen und »Pillenschmeißen« wird immer mehr zum Trend unter Jugendlichen. Regelmäßig liest oder hört man in den Medien von Alkohol- und Drogenexzessen, die nicht selten lebensbedrohlich, und manchmal sogar tödlich enden.

Dabei wird das »Einstiegsalter« in die Welt von Alkohol und Hasch von Jahr zu Jahr geringer. So gut wie jeder Jugendliche hat schon seine Erfahrungen mit Alkohol oder vielleicht sogar mit illegalen Drogen gemacht. Und immer häufiger trifft man junge Zeitgenossen, die ihre einzige Wochenendbeschäftigung darin sehen, sich regelmäßig in die Besinnungslosigkeit zu trinken. Frei nach dem Motto: »Diese Welt kann man nur besoffen oder mit viel Humor ertragen. Aber so viel Humor gibt es gar nicht



In der Tat könnte man manchmal verzweifeln, wenn man sich den Zustand anschaut, in dem sich diese Republik mittlerweile befindet, und welcher tägliche Druck von allen Seiten gerade auf den Schultern von uns Jungen lastet. 


Immer mehr junge Menschen sehen daher die Betäubung ihrer Sinne durch Alkohol und Drogen als einzigen Ausweg aus der von sozialer Vereinsamung, Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst geprägten Realität.
Materielles Konsumdenken hat althergebrachte Werte wie Ehrlichkeit, Treue und Hilfsbereitschaft in den Hintergrund verdrängt und zu der kalten und lebensfeindlichen Gegenwart geführt, aus der es für immer mehr Menschen nur die Flucht in Drogenrausch oder virtuelle Scheinwelten gibt.


Statt sich gegenseitig Halt zu geben, hat sich in den letzten Jahren eine beispiellose Verrohung und Abstumpfung in unserer Gesellschaft breit gemacht.
Entwurzelte Jugendliche ohne Schulabschluß, dafür mit einer Unmenge an aufgestautem Frust und Haß gegen alles und jeden, sind die Produkte dieser Entwicklung. Die explosionsartig angestiegene Jugendkriminalität – vor allem, aber nicht nur ein Problem bei jungen Ausländern – spricht dabei Bände.


"Unsere Politiker" –  keinesfalls       Vorbilder


Jede Form der Gemeinschaft wird konsequent bekämpft und zerstört, da sie angeblich der »Selbstverwirklichung« des Individuums entgegensteht. Einzelne mögen hier aufgrund starker Ellbogen mittelfristig vielleicht noch vorankommen – langfristig jedoch ist eine solche Gesellschaft unwiderruflich zum Scheitern verurteilt.

Der zunehmende Alkohol- und Drogenmißbrauch unter Jugendlichen ist somit nicht nur Zeichen sozialer Zukunftsangst, sondern auch Symptom für den Mangel an Idealen und positiven Lebensvorstellungen. Wo soll man diese hierzulande auch heute noch hernehmen?
 
Korrupte und verantwortungslose Politiker haben aus diesem Land eine multikriminelle Spielwiese gemacht, in der jeder für sich und gegen die anderen versucht, noch ein Stück von dem langsam verfaulenden Kuchen des Wohlstandes noch etwas abzubekommen.

Wo sollen dort die positiven Vorbilder Platz haben, an denen sich die Jugend orientieren kann? Wer sollen diese Vorbilder sein? Randfiguren aus der Unterschicht, wie »Bushido« oder »50cent«, die als Kinder ihrer Zeit selbst Opfer einer völlig kranken und kaputten Welt sind?

Viele unserer korrupten und inkompetenten Politiker  jedenfalls taugen bestimmt nicht als Vorbilder. Sind sie es doch, die mit ihrem Tun die Verhältnisse erst geschaffen haben, unter denen die junge Generationen nun zu leiden haben. Konzepte für eine Wende zum Besseren haben sie nicht. Stattdessen kürzen sie Gelder für Vereine und Jugendeinrichtungen und erheben Forderungen nach schärferen Jugendschutzgesetzen oder dem Verbot bestimmter Getränke.
Dieses halbherzige Blabla ist nichts weiter als ein Ausdruck der Rat- und Hilflosigkeit einer Politik, die auf sämtlichen Gebieten nur Symptombekämpfung betreibt, die tatsächlichen Ursachen für die Probleme jedoch nicht erkennt oder nicht erkennen will.

Abhängigkeit ist schädlich

Damit wird klar: Wenn wir als Jugend wieder eine Perspektive haben wollen, dann müssen wir  selbst dafür sorgen.  Auf die Politik, die ihre Jugend im Stich gelassen hat, müssen wir selbst die passende Antwort geben.

Diese Antwort darf aber nicht die Flucht aus der Realität und in den Rausch sein. Abhängigkeit jeder Art ist Schwäche. Drogen vernebeln die Sinne und machen gleichgültig und manipulierbar. Doch genau diese träge Gleichgültigkeit ist es, die dieses System am Leben hält.
Deswegen liegt es an uns, unseren Altersgenossen zuzurufen: Ertränkt Eure Sorgen und Euren Frust deshalb nicht im Alkohol. 
Entladet Euren Ärger nicht in Aggressionen und roher, sinnloser Gewalt. Sondern macht Eurer Wut Luft und schreit heraus, was Euch stinkt.

Geht auf die Straße, handelt und gestaltet Eure Zukunft selbst. Eine Zukunft, die auch ohne Drogenrausch lebenswert ist. Denn Euer Leben ist  mehr wert, als das, was Euch in Werbung und Fernsehen als »moderner Lifestyle« vorgegaukelt wird.  Schreien wir es den Herrschenden in Politik und Wirtschaft gemeinsam entgegen:  
Wir wollen Zukunft!  Wir wollen Perspektiven!  

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